Rechtsextreme Straftaten und Gewaltdelikte weiterhin auf hohem Niveau:Julia Willie Hamburg: Wo sich rechte Ideologie verfestigt, wächst die Gewalt

Die Zahl rechter Straftaten bleibt in Niedersachsen auf hohem Niveau, die Fallzahlen rechter Gewaltdelikte steigen erneut.

Die Zahl rechter Straftaten bleibt in Niedersachsen auf hohem Niveau, die Fallzahlen rechter Gewaltdelikte steigen erneut. In den ersten beiden Quartalen des vergangenen Jahres wurden landesweit mehr als 2000 politisch rechts motivierte Straftaten verzeichnet. Das geht aus einer Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion hervor. „Die Fallzahlen liegen nur geringfügig unter dem bisherigen Höchststand“, sagt dazu die Grünen-Landtagsabgeordnete Julia Willie Hamburg aus Hannover. „Das ist eine alarmierende Entwicklung. Wo sich rechte Ideologie verfestigt, wächst die Gewalt.“

Besonders besorgniserregend ist nach Ansicht von Hamburg der erneute Anstieg der Fallzahlen rechter Gewaltdelikte. Während im ersten Halbjahr 2024 landesweit noch 42 Gewalttaten erfasst wurden, stieg diese Zahl im ersten Halbjahr 2025 auf 70 an. In der Region Hannover stellte die Polizei in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 insgesamt über 600 Straftaten mit einem rechtsextremen Hintergrund fest. Im Vorjahreszeitraum waren in vielen Regionen des Landes Höchststände erreicht. „Die extreme Dynamik der Fallzahlen ist zwar in fast allen Motivbereichen gestoppt. Aber wenn sich die Zahl der Taten auf hohem Niveau einpendelt, belegt dies die anhaltend hohe Gefahr, die von rechtsextremem Gedankengut ausgeht“, so die Grünen-Politikerin Hamburg.

Die Situation in der Region Hannover verdeutlicht die anhaltend hohe Bedrohung. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Gewaltbereitschaft: Mit insgesamt 25 registrierten Gewalttaten allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 in der Region Hannover zeigt, dass die Hemmschwelle zur direkten physischen Aggression weiterhin gefährlich niedrig ist.

Julia Willie Hamburg zieht aus den neuesten Zahlen vor allem eine Lehre: „Vom Rechtsextremismus geht nach wie vor die größte Gefahr für die Demokratie aus.“ Rechte Ideologie beeinflusse die Debatten und verschiebe die Grenzen des Sagbaren – auch in der Region Hannover. „Bei all dem gilt: Worten folgen Taten. Insofern zählen jeder rassistische Spruch, jede diskriminierende Haltung und jeder rechte Sticker zum Vorfeld rechter Gewalt.“ Eine erhebliche Mitverantwortung, so die Grünen-Landtagsabgeordente Hamburg, trage die AfD.

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