Statement Julia Willie Hamburg zur Fragestunde "Konsequenzen aus PISA-Studie"

Julia Willie Hamburg, bildungspolitische Sprecherin:

„Die Konsequenz aus der PISA-Studie kann nicht aus Modellprojekten bestehen: Es braucht strukturelle Verbesserungen an unseren Schulen – das machen die Ergebnisse deutlich. Insbesondere die Schulen der Sekundarstufe 1 brauchen mehr Personal – die Unterrichtsversorgung und die Ausstattung der Schulen ist vielfach verheerend. So kann es nicht weitergehen. Wir brauchen dringend eine Verteilung nach sozialen Indikatoren. Hier muss die große Koalition endlich handeln. Auch der Trend, dass vor allem an Schulen mit schwierigen Rahmenbedingungen Quereinsteiger*innen eingesetzt werden, muss dringend durchbrochen werden. Hier braucht es endlich Antworten, die allen Schulen im Land zugutekommen.

Die Länder mit guten Ergebnissen in der PISA Studie leben aber auch eine andere Schulkultur vor, an der Niedersachsen sich ein Beispiel nehmen sollte: Langes, gemeinsames Lernen hilft insbesondere den leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen. Eine Schule der Zukunft wird nicht aus zwei Stunden Physik und fünf Stunden Mathematik bestehen – vielmehr geht es darum, auf eine ungewisse Zukunft vorzubereiten, bei der heute noch niemand vorhersagen kann, wie sie aussehen wird. Das heißt, dass Schulen mehr Freiräume brauchen, dass wir stärker fächerübergreifendes, kompetenz- und projektorientiertes Lernen an Schulen etablieren sollten. Ich würde mir wünschen, wir würden mehr Mut bei der Gestaltung der Schule in der Zukunft entwickeln und endlich wieder Qualitätsdebatten führen.“

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