Pressemeldung Nr. 39 vom

Grüner Antrag Digitalisierung an Schulen Julia Willie Hamburg: Technik alleine macht nicht glücklich

Darum geht’s

SPD und CDU haben in den Landtag einen Antrag zur Digitalisierung an Schulen eingebracht. Dieser setzt nach Ansicht der Grünen weiter zu sehr auf die Frage der Technikausstattung und spricht somit viele relevante Bereiche nicht an. Deshalb bringen sie nun einen eigenen Antrag ein, um auf die offenen Baustellen im Bereich der Digitalisierung von Schulen als Landespolitik Antworten zu geben. Für den Mai ist im Kultusausschuss eine Anhörung geplant.

Das sagen die Grünen

Julia Willie Hamburg, schulpolitische Sprecherin

„Digitalisierung ist ein gesellschaftlicher Umbauprozess, der nicht einfach mit der Verteilung von ein paar Bundesmitteln organisiert werden kann. Technik alleine macht nicht glücklich. Die großen Chancen, die in der Digitalisierung an Schulen liegen, werden von der Landesregierung nicht genutzt. Notwendig sind vor allem Antworten auf pädagogische und inhaltliche Fragestellungen. Die Schulen brauchen Unterstützung bei der Entwicklung von Digitalisierungsstrategien und Ansprechpartner, die Impulse setzen und Entwicklungen vorantreiben. Es reicht nicht, dass Schülerinnen und Schüler ihre Tablets mit in die Schule bringen. Es muss auch entsprechend Personal sowie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten geben. Die Ausstattung will gewartet und richtig genutzt werden.“

„Soziale Gerechtigkeit scheint für die SPD mittlerweile ein Fremdwort zu sein. Darauf zu setzen, dass die Schüler*innen ihre eigenen Tablets mitbringen, sorgt für ein gehöriges Ungleichgewicht. Es fehlen die Voraussetzungen, dass jedes Kind auch ein Tablet finanziert bekommt. Während die einen die teuren Geräte mit Zusatzfunktionen in die Schule mitbringen, erhalten die anderen ein Leihgerät aus der Schule. Das ist unsozial und muss – besonders auf Bundesebene - anders gelöst werden.“

„Auch bei der Landesregierung werden Mängel im Umgang mit den neuen Medien sichtbar: die Bildungscloud funktioniert derzeit überhaupt nicht, wichtige datenschutzrechtliche Fragen der Schulen bleiben unbeantwortet. Stattdessen werden die Mittel aus dem Digitalpakt nach dem Gießkannenprinzip verteilt. Wir fordern, dass die Themen Medienkompetenz und gesellschaftliche Auswirkungen der Digitalisierung neben Fragen der Programmierung in den Fokus der Unterrichtsinhalte genommen werden.“

Antrag: Technik alleine macht nicht glücklich – Schulen nicht alleine lassen: Schaffung einer umfangreichen, pädagogisch fundierten Digitalisierungsstrategie an Schule

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