Statement Julia Willie Hamburg: Kein Plan im Kultusministerium gegen Lehrermangel an Grundschulen

Die jüngste Bertelsmann-Studie zur Unterrichtsversorgung an den deutschen Grundschulen wirft auch ein kritisches Bild auf die Situation in Niedersachsen. Julia Willie Hamburg, bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, kritisiert die fehlenden Weichenstellungen für eine Besserung der Situation an Niedersachsens Grundschulen:

Die Bertelsmann-Studie macht deutlich, welchen erheblichen Bedarf es gerade auch an Niedersachsens Grundschulen geben wird. Bereits heute ist die Situation an Grundschulen landesweit mehr als angespannt. Kultusminister Tonne darf sich nicht mit Problembeschreibung begnügen, sondern wird sich in den nächsten Jahren an massiven Verbesserungen messen lassen müssen. Gebetsmühlenartig zu behaupten, Niedersachsen sei für die kommenden Jahre gut gerüstet, ist für die Betroffenen ein Hohn und ignoriert damit alle Warnrufe der Verbände.

Allein für dieses Schuljahr wurden wieder weniger Lehrkräfte eingestellt als Niedersachsen benötigt – und das Ministerium rechnet sich die Zahlen zudem schön. Die vom Minister gern genannte Arbeitsgruppe zwischen dem Kultus- und dem Wissenschaftsministerium tagt und tagt – ohne dass eine bessere Steuerung absehbar wird. Das Maßnahmenpaket des Ministers greift viel zu kurz.

Gerade bei den Grundschulen gibt es großen Handlungsbedarf. Die Schulen brauchen ein attraktiveres Arbeitsumfeld. Dazu gehören Funktionsstellen für wichtige Aufgaben und die Entlastung von so genannten Deputatsstunden. Und es braucht endlich die Anhebung der Gehälter an Grundschulen auf A13. Die vom Minister geplante Zulage für Stellen auf dem Lande ist dagegen ein Schlag ins Gesicht all der Lehrkräfte, die zurecht eine Gleichstellung mit den anderen Lehrämtern einfordern. So jedenfalls schafft es Niedersachsen nicht, die dringend nötigen neuen Lehrkräfte für das Grundschullehramt für die Arbeit an Niedersachsens Grundschulen zu begeistern.

Zurück zum Pressearchiv