Statement Julia Hamburg zur Belastung der Lehrkräfte in Niedersachsen durch Überstunden

die GEW hat mit einer Umfrage auf die immense Belastung der Lehrkräfte an niedersächsischen Schulen durch Überstunden hingewiesen. Dazu erklärt Julia Willie Hamburg, bildungspolitische Sprecherin:

Zehn Millionen unbezahlte Überstunden seit dem Regierungsantritt der großen Koalition – und das allein an den Grundschulen, den Gesamtschulen und den Gymnasien. Das schreit nach sofortigem Handeln. Die Zahlen und Lösungsansätze liegen alle schon seit Monaten auf dem Tisch: Es ist ein Skandal, dass der Kultusminister seiner Fürsorgepflicht nicht nachkommt. Stattdessen spielt er auf Zeit. Das ist für die Beschäftigten unzumutbar, die tagtäglich große Aufgaben bewältigen: Sie kümmern sich individuell um die Problemlagen ihrer Schülerinnen und Schüler, sie leben Inklusion und gestalten Digitalisierung an Schulen – dafür werden sie von ihrem Arbeitgeber auch noch bestraft.

Mit überlasteten Lehrkräften steigt der Krankenstand und die Menschen, die ihren Beruf verlassen – gute Schule wird so auf Dauer nicht gelingen. Es ist an der Zeit, dass Kultusminister Tonne eine neue Arbeitszeitverordnung auf den Tisch legt und die Lehrkräfte wirksam entlastet. Das Maßnahmenpaket, das der Minister bislang verkündet hat, doktert an Symptomen herum, geht aber die Ursachen und grundlegenden Probleme nicht an. Angesichts der jetzt bekanntgewordenen Überlastung muss ein Umdenken bei der Landesregierung passieren – sonst droht nach dem Desaster bei der Mehrarbeit für Gymnasiallehrer*innen die nächste Klatsche vor Gericht.

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