Pressemeldung Nr. 21 vom

Gesamt- und Oberschulen am Limit Julia Hamburg: Landesregierung muss Gymnasien stärker bei Inklusion unterstützen

Darum geht’s

Einem Bericht der HAZ zufolge schlagen IGS-Schulleiter*innen Alarm, weil ihre Schulen einen weit überproportionalen Anteil der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf aufnehmen müssen. In Hannover beträgt der Anteil der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an den Gesamtschulen 8,7 Prozent, an den Gymnasien hingegen nur 0,83 Prozent.

Das sagen die Grünen

Julia Hamburg, schulpolitische Sprecherin

„Die GroKo darf nicht länger die Augen davor verschließen, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Schulformen verteilen. Die Landesregierung verschränkt stattdessen die Arme und verweist auf das Wahlrecht der Eltern – damit macht es sich die GroKo zu einfach. Sie darf die Gesamtschulen und die Oberschulen mit dieser Aufgabe nicht allein lassen.“

„SPD und CDU müssen endlich Rahmenbedingungen schaffen, damit Inklusion gelingen kann. Viele Regelungsfragen sind bis heute offen, das ist ungenügend. Gymnasien dürfen keine inklusionsfreien Zonen werden. SPD und CDU müssen die Gymnasien gezielt und wirksam dabei unterstützen, dem Auftrag als inklusive Schule gerecht zu werden. Nur dann wird es für mehr Eltern attraktiv werden, ein Kind mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf an einem Gymnasium anzumelden.“

„Die bestehende Unwucht bei der Schülerverteilung muss dazu führen, dass insbesondere die Schulen mit einem besonders hohen Anteil von Kindern mit Förderbedarf strukturell unterstützt und entlastet werden. Die Landesregierung darf nicht zusehen und warten, bis die Schulen am Limit und die Kinder in den Brunnen gefallen sind.“

Zum Hintergrund

Bereits am 29.01.2019 hatte die Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen mitgeteilt, dass an 76 der insgesamt 96 Gesamtschulen in Niedersachsen der Anteil der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf über dem Gesamtdurchschnitt im Sekundarbereich I von 4,68 Prozent liegt. Hier liege der Anteil der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf bei durchschnittlich 8,56 Prozent.

Auf die Frage, wie die Landesregierung auf eine gleichmäßigere Verteilung der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf auf die Schulen aller Schulformen hinwirkt, hat sie in dieser Antwort lediglich darauf verwiesen, dass die Erziehungsberechtigten darüber entscheiden, welche Schulform ihre Kinder besuchen.

Aus Anlass des Brandbriefs der hannoverschen IGS-Schulleiter*innen hat die Grüne Landtagsfraktion heute erneut eine Anfrage an die Landesregierung gerichtet, um zu erfahren, was die Landesregierung tut, damit sich mehr Eltern von Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf für ein Gymnasium entscheiden.

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