Pressemeldung Nr. 177 vom

Kita-Qualität Julia Hamburg: Aufwerten statt abwerten ist die richtige Antwort auf den Fachkräftemangel

Darum geht’s

Die Grüne Landtagsfraktion hat eine Anfrage zu Qualifikationsanforderungen an Fachkräfte in der Kita gestellt. Aus der Antwort geht hervor, dass die Landesregierung diverse Maßnahmen prüft, die eine Verschlechterung der Qualität mit sich bringen.

Das sagen die Grünen

Julia Willie Hamburg, bildungspolitische Sprecherin

„Frei nach dem Motto: ‚Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?‘ fängt Kultusminister Tonne an, die Qualität in Kitas abzusenken. Gestern noch hat er versprochen, an den Ausbildungsstandards nicht zu rütteln – heute prüft er die Absenkung von Zulassungsvoraussetzungen und Ausbildungslänge. Das wird den Fachkräftemangel jedoch auf lange Sicht verschärfen und unsere frühkindlichen Bildungseinrichtungen um Jahrzehnte zurückwerfen.“

„Mit dem Modellprojekt für die Ausbildung einer zusätzlichen Fachkraft für Kitas werden Qualitätsabsenkungen durch die Hintertür eingeführt. Diese Erzieher-Light-Ausbildung wird den Fachkräftemangel nicht im Ansatz lösen. Im Gegenteil: Ausgebildete werden dadurch bei der Berufswahl eingeschränkt und schlechter bezahlt. Aufwerten statt abwerten wäre die richtige Antwort: Mit berufsbegleitenden Teilzeitausbildungen, einer Ausbildungsvergütung und einer besseren Bezahlung der Fachkräfte.“

„Erneut wird deutlich: Dem Kultusminister geht es nicht darum, die Qualitätsansprüche unserer Schulen und Kitas zu erfüllen. Lieber schraubt er die Messlatte so runter, dass er darüber springen kann. Eines steht leider schon nach einem Jahr GroKo Bildungspolitik fest: Kultusminister Tonne wird wohl eher als Dumping-, denn als Qualitätsminister in die Geschichte des Landes gehen.“

Zum Hintergrund

Aus der Antwort der Landesregierung geht hervor, dass sie plant, diverse Qualifikationsanforderungen zu senken. Besonders frappierend: Es soll eine Ausbildung zur ‚Schmalspurerzieherin‘ eingeführt werden, die nur noch für Kitas einsetzbar sein wird und somit eine kürzere Ausbildungsdauer und schlechtere Vergütung haben wird. Zudem wird eine verkürzte Ausbildungszeit für Sozialassistentinnen und -assistenten sowie eine Verkürzung der Ausbildung ohne Vorqualifikation geprüft. Eine weitere Planung sieht vor, dass diese nach ihrer zweijährigen Ausbildung Leitungsfunktionen übernehmen können, obwohl sie hierfür nicht ausgebildet sind.

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