Statement Grüne: Schnelltestkonzept für Niedersachsens Schulen wird aktueller Corona-Entwicklung nicht gerecht

Kultusminister Tonne hat zu einer Dringlichen Anfrage der Grünen im Landtag am (heutigen) Mittwoch eingeräumt, dass die versprochenen Corona-Schnelltests für Niedersachsens Schulen nicht flächendeckend zur Verfügung stehen. Für Kitas sieht das Land gar keine Schnelltests vor. Die Grünen-Fraktion fordert deshalb die Landesregierung auf, das Testkonzept an die Erfordernisse in den Schulen nachzubessern und die Kitas nicht länger komplett von solchen Schutzmaßnahmen auszuklammern.

Julia Willie Hamburg, Fraktionsvorsitzende und schulpolitische Sprecherin:

„Für die Schulen ist das eine herbe Enttäuschung: Auch ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie rennt die Landesregierung den Entwicklungen an den Schulen noch immer hinterher. Von den erst spät bestellten 5 Millionen Schnelltest sind bisher gerade 400.000 eingetroffen. Es bleibt damit absolut offen, ob die Zusage für Schnelltests in der Woche vor Ostern an allen Schulen tatsächlich eingelöst werden kann. Das Risiko, in Zeiten steigender Corona-Zahlen ohne Tests im Wechselunterricht auszukommen, tragen die Betroffenen. Gleichzeitig weigert sich der Minister, die Testangebote perspektivisch auf zweimal wöchentlich zu erhöhen und dafür klare und verlässliche Standards zu benennen. ‚Try and error‘ ist gerade vor dem Hintergrund der ungewissen Impfperspektive für Lehrkräfte absolut ungenügend. Verbindliche Selbsttests wären umso wichtiger. Auf konkrete Fragen zur Umsetzung der weiteren Schutzmaßnahmen bleibt der Kultusminister vage und hat keine konkreten Antworten und Perspektiven parat. Das ist bitter vor dem Hintergrund, dass die Schulen gerade mit Blick auf die angestrebten Öffnungen dringend auf diese lange geforderten begleitenden Schutzmaßnahmen angewiesen sind.“

Volker Bajus, Sprecher für frühkindliche Bildung:

„Dass der Kultusminister verkündet, er wolle gerade die Kindertagesstätten nicht mit in die Selbsttest-Strategie einbeziehen, ist für die Betroffenen ein Hohn. Die Landesregierung schreibt damit den Kurs der Nichtbeachtung der Kleinsten in der Pandemie fort. Es ist absolut unverständlich, dass gerade dort, wo kein Abstand eingehalten werden kann, Tests keine Rolle spielen sollen. Sicher sind nicht alle Testverfahren für kleine Kinder geeignet. Umso entscheidender wäre es doch aber, gerade jetzt die Perspektive dafür zu eröffnen, künftig hier die sogenannten Spuck- oder Lolli-Tests in ein Testkonzept mit einzubeziehen.“

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