Pressemeldung Nr. 57 vom

Fachkräfteplan für Kindertagesstätten Julia Hamburg: Es darf nicht zu einer ‚Ausbildung light‘ kommen

Darum geht’s

Die Landesregierung hat angekündigt, zum kommenden Schuljahr einen ‚Niedersachsen-Plan für mehr Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen‘ zu starten. Die Grüne Landtagsfraktion beantragt dazu eine Unterrichtung im Kultusausschuss.

Das sagen die Grünen

Julia Hamburg, bildungspolitische Sprecherin

„Es ist dringend notwendig, den Fachkräftemangel in den Kindertagesstätten anzugehen. Deshalb ist es erfreulich, dass die Landesregierung einen Fachkräfte-Plan für Kitas auf den Weg bringen will und damit eine jahrelange Forderung von uns Grünen erfüllt. Es darf allerdings nicht bei vollmundigen Ankündigungen bleiben: Um den Fachkräftemangel zu beheben, reicht es nicht, die Ausbildungskapazitäten auszuweiten. Es wird auch darauf ankommen, die Arbeitsbedingungen in den Kitas so zu verbessern, dass die Fachkräfte länger in diesem Beruf bleiben wollen. Wir werden deshalb im Kultusausschuss genau nachhaken, wie der Plan konkret umgesetzt werden soll.“

„Ungeklärt bleibt, woher die berufsbildenden Schulen kurzfristig Lehrkräfte für zusätzlichen Klassen für sozialpädagogische Bildungsgänge bekommen sollen. Offen ist außerdem, wie die Teilzeitausbildung umgesetzt werden soll. Eine Dualisierung der Ausbildung wäre fatal für die angehenden Fachkräfte. Auch die Schulgeldfreiheit steht noch unter Finanzierungsvorbehalt und kann nicht bereits zum kommenden Schuljahr umgesetzt werden.“

„Für die Schulen und die Auszubildenden ist die Kurzfristigkeit der Planungen unzumutbar. Erneut handelt die GroKo nach dem Motto: Schweinsgalopp statt Beteiligung. Dieses Tempo geht zulasten der Schülerinnen und Schüler und letztendlich auch der Schulen, die das umsetzen müssen.“

Zum Hintergrund

Im Dezember 2017 hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag „Erzieherinnen- und Erzieherberuf attraktiver machen – Erzieherinnen- und Erzieherausbildung weiterentwickeln und nicht abwerten“  in den Landtag eingebracht. Kernpunkte in diesem Antrag sind:

  • den Beruf der Erzieher*innen attraktiver zu machen
  • die Ausbildungskapazitäten bedarfsgerecht auszubauen,
  • eine Ausbildungsvergütung anzustreben und Schulgeldfreiheit einzuführen
  • die Qualitätsstandards der Ausbildung zu erhalten und
  • die Angebote für Quereinsteiger*innen auszubauen.
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